Wissen mit Augenzwinkern

Spaß-Beiträge

Memes, Songzeilen und Sprüche — ins Lateinische übersetzt und an der echten deutschen Dogmatik zerschellt. Der Witz ist der Köder, die Norm der Haken.

Illustration: ein Strauß ignoriert einen Wirbel herabfallender Aktenblätter

beata ignorantia

Selige Unwissenheit — die lateinische Fassung von „Ignorance is bliss“

Kein Rechtssatz, sondern ein Bonmot: die scherzhafte Latein-Version von „Ignorance is bliss“. Das genaue Gegenteil der ernsten Maxime ignorantia iuris nocet — vor Gericht macht Unwissenheit nicht selig, sondern haftbar.

Illustration: eine Person steht mit verschränkten Armen in der Haustür, daneben eine Waage der Justiz

domus mea, leges meae

Mein Haus, meine Regeln — die lateinische Fassung von „My house, my rules“

Kein Rechtssatz, sondern ein Elternspruch. Das Hausrecht (§ 903, § 1004 BGB, § 123 StGB) gibt es wirklich — aber es endet an den Grundrechten, am AGG und am staatlichen Gewaltmonopol. Der Hausherr setzt keine Gesetze.

Illustration: eine Heldenfigur hält behutsam eine zerbrechliche leuchtende Kugel und schützt kleine Menschen

magna potestas, magna diligentia

Große Macht, große Sorgfalt — die lateinische Fassung von Spider-Mans „With great power comes great responsibility“

Kein Rechtssatz, sondern Onkel Bens Rat an Peter Parker. Das Recht kennt den Gedanken aber wirklich: Wer eine Gefahrenquelle beherrscht, trifft erhöhte Verkehrssicherungspflichten (§ 823 BGB); wer eine Schutzposition innehat, eine Garantenstellung (§ 13 StGB).

Illustration: ein Smartphone-Foto zerfällt in Pixel, daneben ein Fragezeichen

nisi imago, non factum

Ohne Bild kein Vorfall — die lateinische Fassung von „Pics or it didn't happen“

Kein Rechtssatz, sondern ein Internet-Meme: die Latein-Version von „Pics or it didn't happen“. Das Beweisrecht kennt keinen Bildzwang — und traut im Zeitalter der Deepfakes ausgerechnet dem Bild immer weniger.

Illustration: eine Person geht gleichgültig weiter, während hinter ihr jemand gestürzt am Boden sitzt

non mea res

Nicht meine Sache — die lateinische Fassung von „Not my problem“

Kein Rechtssatz, sondern eine Ausrede. Das Strafrecht akzeptiert sie nicht immer: Wer an einem Unglück vorbeigeht, kann sich der unterlassenen Hilfeleistung (§ 323c StGB) strafbar machen — und wer Garant ist, haftet für sein Nichtstun wie für aktives Tun (§ 13 StGB).

Illustration: eine Figur thront auf Münzstapeln, daneben eine Waage der Justiz

pecunia omnia regit

Geld regiert alles — die lateinische Fassung von Wu-Tangs „Cash Rules Everything Around Me“ (C.R.E.A.M.)

Kein Rechtssatz, sondern eine Rap-Hook. Das echte Sprichwort pecunia non olet trifft die Herkunftsblindheit des Geldes — aber § 138 BGB zieht dem „Geld regiert alles“ eine harte Grenze: Nicht alles ist käuflich.

Illustration: eine Hand greift nach einer gefundenen Geldbörse

qui invenit, tenet

Wer findet, behält — die lateinische Fassung von „Finders keepers“

Kein Rechtssatz, sondern ein Kinderreim: die Latein-Version von „Finders keepers“. Das deutsche Fundrecht sieht es anders — wer eine verlorene Sache behält, statt sie anzuzeigen, macht sich der Fundunterschlagung strafbar.

Illustration: ein Roboter kommt durch eine Tür zurück, darüber ein Wiederhol-Pfeil

revertar

Ich komme wieder — die lateinische Fassung von Terminators „I'll be back“

Kein Rechtssatz, sondern eine Filmdrohung. Das Zivilrecht nimmt sie ernst: Wo eine Rechtsverletzung droht sich zu wiederholen, gibt § 1004 BGB einen vorbeugenden Unterlassungsanspruch — gegen das „Ich komme wieder“.

Illustration: eine Figur blickt in einen Lichtstrahl, daneben leere Richterbänke

solus Deus me iudicare potest

Nur Gott kann mich richten (die lateinische Fassung von Tupac Shakurs Tätowierung „Only God Can Judge Me“)

Kein Rechtssatz, sondern ein Tattoo: die lateinische Rückübersetzung von Tupac Shakurs „Only God Can Judge Me“. Als Einlassung vor einem deutschen Gericht chancenlos — Art. 101 I 2 GG kennt nur den gesetzlichen, keinen göttlichen Richter.